APG YOU AND ME

Apostelgymnasium - rauschfreie Schule

0

Grundsätze
  1. Befreites und effektives Lernen ist drogenfreies Lernen.
  2. Schule kann sich von Auswirkungen gesellschaftlicher Entwicklungen nicht abkoppeln,
  3. d. h.: zu behaupten, eine Schule sei völlig drogenfrei, ist eine Illusion.
  4. Alle neueren Erkenntnisse legen die Vermutung nahe, dass die Rolle des Elternhauses für die Frage, ob jemand in Drogenabhängigkeit gerät, primär entscheidend ist. Dennoch stellt sich das Apostelgymnasium seiner pädagogischen Aufgabe und ist auf allen Ebenen bemüht zum Wohle der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu handeln.
    Das Apostelgymnasium leistet – in Zusammenarbeit mit Eltern, mit der Polizei und anderen - seinen Beitrag zur Suchtprävention.
  5. Das Apostelgymnasium bietet Schülerinnen und Schülern, aber auch Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern Hilfestellung bei konkreten Schwierigkeiten im Umgang mit Drogenmissbrauch.
  6. Das Apostelgymnasium informiert über die Gefahren verschiedener Drogen und Süchte.
  7. Das Apostelgymnasium unternimmt alles, um Drogenmissbrauch und – handel an der Schule zu unterbinden, im Ernstfall auch mit disziplinarischen Mitteln und mit polizeilicher Hilfe.

1

1. Information für Schülerinnen und Schüler: Aufklärung im Fachunterricht

Zentraler Angelpunkt schulischer Arbeit ist der Unterricht. Deshalb ist hier auch der geeignete Ort, fachgebunden und fachspezifisch wesentliche Informationen zu Süchten, ihren Ausprägungen, soziokulturellen Hintergründen etc. mit den Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten. Im einzelnen sind die folgenden Fächer – auf Basis der Richtlinien – an diesem Konzept beteiligt: Biologie, Sport, Religion, Praktische Philosophie, Sozialwissenschaften/Politik.

2

2. Information für Eltern
  1. Gezielt flächendeckend werden die Eltern der Jahrgangsstufe 7 in der ersten Pflegschaftssitzung durch die Klassenleitung auf Veranlassung der Beauftragten für Suchtprävention über das Konzept zur Suchtprävention am Apostelgymnasium informiert. Außerdem werden sie auf die disziplinarischen Konsequenzen bei Fehlverhalten ihrer Kinder hingewiesen. (s. 7.)
  2. Darüber hinaus veranstaltet die Elternschaft des Apostelgymnasiums - in Absprache mit den Suchtbeauftragten der Schule - je nach aktueller Lage - Informationsabende zu speziellen Themen. Im Mittelpunkt dabei steht die Frage, wie die Erziehungsberechtigten ihrer Aufgabe – in diesem speziellen Fall – gerecht werden können.

3

3. Information für Lehrerinnen und Lehrer

a) Die Lehrerschaft wird über neue Entwicklungen im Bereich der Suchtprävention auf dem Laufenden gehalten.
b) Die Beauftragten für Suchtprävention nehmen an Fortbildungsveranstaltungen zum Thema teil und geben ihre Einsichten und Anregungen in geeigneter Form an die Kolleginnen und Kollegen weiter.
c) Ggf. finden gezielte Fortbildungsveranstaltungen für das gesamte Kollegium (oder Teile dessen) statt.
Darüber befindet die Lehrerkonferenz.

4

4. Gezielte Aktionen zur Prävention
  1. In der Jahrgangsstufe 8 finden Informationsveranstaltungen der Kölner Polizei statt. Die entsprechend geschulten Beamten arbeiten dabei an einem Vormittag – unabhängig von der Klassenleitung – mit den Jugendlichen. Ein Austausch mit den Klassenleitungen und den Beauftragten für Suchtprävention ist wünschenswert.
  2. Punktuelle Aktionen können die Arbeit der Suchtprävention unterstützen, z. B. „be smart, don´t start“ (Kl. 5/6). Diese Aktionen erfolgen i. d. R. unter der Regie der Klassenleitung.
  3. Elternaktionen, z. B. im Rahmen von Projekttagen, sind – nach Rücksprache mit Klassen- und Schulleitung - ausdrücklich erwünscht.

5


5. Prävention durch Sport

Insbesondere sportliche Gruppenaktivitäten bieten eine sinnvolle, erlebbare Alternative zu drogengestützten Pseudo-Erlebnissen. Deshalb sind die Ski-Fahrten ebenso wie die Sport-AGs (z. B. die Kletter-AG) integraler Bestandteil der Suchtprävention. Beim Sport bietet sich den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Spaß und Erfolg – drogenfrei – in der Gruppe zu erleben und zu genießen.

„„Kinder stark machen“ lautet ein landesweites Motto der Suchtprävention. Ziel der damit verbundenen Anstrengungen ist die Förderung von selbstbewusstem und selbstständigem Verhalten von Kindern und Jugendlichen mit dem Suchtgefahren und anderen Abhängigkeitsformen erfolgreich widerstanden werden kann“ (http://www.schulsport-nrw.de/)

Die Förderung eines solchen Verhaltens ist sowohl im Schulsport als auch bei Bewegung, Spiel und Sport im Schulalltag fester Bestandteil. Innerhalb verschiedener Unterrichtsinhalte lernen Schüler miteinander zu kooperieren, einander zu vertrauen und Verantwortung für sich und ihre Mitschüler zu übernehmen. Neben der Förderung der sozialen Kompetenzen sammeln die Schüler außerdem neue Körpererfahrungen und lernen verantwortungsbewusst mit ihrem Körper umzugehen. Sie lernen Problemen zu lösen, neue Herausforderungen zu meistern und können so Spaß und Erfolg – drogenfrei – in der Gruppe erleben und genießen.

Beispiele der Umsetzung im Sportunterricht des Apostelgymnasiums:
Unterrichtsvorhaben Jahrgangsstufen Ziele und Schwerpunkte
im Hinblick auf die Suchtprävention
Akrobatik 5/6 Den eigenen Körper wahrnehmen; Förderung sozialer Kompetenzen (Vertrauen, Verantwortung und Kooperation)

Ringen und Kämpfen- Zweikampfsport 5/6 Förderung sozialer Kompetenzen (Vertrauen, Verantwortung)

Kooperative Spiele 5/6; 7/8; 9/10 Förderung sozialer Kompetenzen; Wagen und Verantworten
Fair Play
Gesundheitsorientiertes Fitnesstraining 5/6; 7/8; 9/10 „Den eigenen Körper wahrnehmen“; Entwicklung eines Gesundheitsbewusstsein

[Aktualisierung Fr. Eiting]

6

6 . Beratung für Schüler, Eltern und Lehrer

a) Einzelfallberatung
Im konkreten Fall besteht die Möglichkeit – i. d. R. unter Wahrung der Anonymität – Beratungsgespräche mit den Klassenleitern oder/und den Beauftragten für Suchtprävention zu führen. Ziele dieser Gespräche sind grundsätzlich sowohl die Hilfe für die Betroffenen als auch der Schutz der Schülerschaft vor Drogenmissbrauch (s. 7).
b) Vermittlung von Kontakten
Darüber hinaus vermitteln die Beauftragten für Suchtprävention bei Bedarf Kontakte zu professionellen Drogenberatungsstellen.

7

7 . Sanktionen bei Missbrauch

Sollten Situationen auftreten, in denen Missbrauch illegaler Drogen an der Schule oder im direkten schulischen Umfeld auftritt, gelten die von der Lehrerkonferenz beschlossenen Sanktionen:
„Schülerinnen und Schüler, die sich an einen Lehrer/eine Lehrerin ihres Vertrauens wenden und Vertraulichkeit vereinbaren, werden für vergangene Vergehen nicht bestraft, soweit nicht kriminelle Bereiche (Weitergabe und Verkauf von Drogen) berührt sind. Die Amnestie wird für die Vergehen gewährt, die im Gespräch eingeräumt werden. Sie setzt ferner voraus, dass keine neuen Vergehen mehr folgen und eine begleitende Hilfestellung des Lehrers/der Lehrerin angenommen wird.
Die Eltern sollen in der Regel informiert werden.
Schülerinnen und Schülern, die überführt werden, haben mit Sanktionen zu rechnen, die immer von Hilfsangeboten begleitet werden müssen.

Folgende Sanktionen sind in der Regel zu erwarten: 

  • Konsum: schriftl. Verweis
  • Konsum nach Kauf: Androhung der Entlassung
  • Beschaffung: Androhung der Entlassung
  • Verkauf: Entlassung von der Schule
  • Schülerinnen und Schüler, die Drogen verkaufen, werden der Polizei benannt.

Ähnlche Delikte werden vergleichbar verhandelt

8

8. Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer, Beratungskräfte für Suchtprävention (BfS)

Die Aufgaben der BfS und der Beratungslehrer/-innen und die Zusammenarbeit der Schule mit externen Einrichtungen werden im Rahmen des schuleigenen Beratungskonzepts (Schulprogramms) geklärt. Es gibt zahlreiche Berührungspunkte zwischen Beratungslehrerinnen und Beratungslehrern und Beratungskräften für Suchtvorbeugung. In vielen Schulen existieren die beiden Funktionen in Personalunion. Beratungslehrer und Beratungslehrer für Suchtprävention sollten im Rahmen des schuleigenen Beratungskonzeptes zu einer Aufgabenbeschreibung gelangen, in der die Zuständigkeit der Berater definiert wird. Diese Arbeitsplatzbeschreibung kann für jede Schule unterschiedlich ausfallen. Grundlegendes Prinzip sollte jedoch sein, dass die Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer die Beratungskraft für Suchtprävention in ihrer Arbeit unterstützen und mit anderen Beratungsbereichen ( s. Beratungskonzept) in Verbindung bringen, jedoch nicht in deren Aufgabenbereich eindringen. Dieses Prinzip sollte nur in gegenseitigem Einverständnis oder besonderen Ausnahmefällen außer Kraft gesetzt werden. Basis für die Arbeit der Beratungslehrerin / des Beratungslehrers ist ein Beratungskontrakt. Grundlage des Beratungskontraktes ist die Arbeitsplatzbeschreibung im Beratungskonzept der Schule bzw. im Schulprogramm. Hier sollten die Rollen aller an Beratung Beteiligter festgeschrieben werden. Es kann Fälle geben, in denen Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer um Rat gefragt werden, obwohl eine andere Lehrkraft für den Bereich zuständig ist.
Vor Annahme des Falles hat der Beratungslehrer / die Beratungslehrerin folgende Aspekte zu klären:

  • Motiv des Ratsuchenden für die Ansprache des Beratungslehrers (statt BfS, Klassenlehrer o.a.).
  • Möglichkeiten der Einbeziehung des zuständigen Kollegen.
  • Eigene Kompetenzen im betreffenden Fall.
  • Ziel / Motivation des Ratsuchenden

Hierbei unterscheidet man zwischen:
Besucher: wollen sich über Person und Arbeitsgebiet des Beratungslehrers informieren
Klagende: wollen eine Verhaltensänderung Dritter erreichen und suchen Trost
Kunden: suchen das Beratungsgespräch für sich