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Gedenkstättenfahrt vom 24.-27.9.26

Nürnberg? Eine wunderschöne wieder aufgebaute Altstadt, die stolze Kaiserburg und leckere Rostbratwürstchen – ja, aber da ist noch etwas: Erinnerungsorte an die NS-Diktatur.Deshalb führte die diesjährige Gedenkstättenfahrt die Gruppe aus

dem Apostel-, Dreikönigs-und Genoveva- Gymnasium nach Nürnberg. Wir danken dem Gymnasial-und Stiftungsfond für die erneute Förderung unserer Fahrt.

Die Teilnehmerin Hannah Rocker, Schülerin unserer Q1, berichtet aus ihrer persönlichen Sicht:

Für mich war die Gedenkstättenfahrt eine Möglichkeit,Geschichte vor Ort zu erleben und über das Schulbuch hinaus zu erfahren.

Besonders spannend war der Besuch des Saal 600, der Gerichtsaal, in welchem am 20. November 1945 die Nürnberger Prozesse begannen. Obwohl dieser nicht mehr in seiner ursprünglichen Einrichtung zu besichtigen ist, wurde die tatsächliche Atmosphäre greifbar. Die zugehörige Ausstellung war zugleich sehr informativ. Wir befassten uns mit der Bedeutung der Nürnberger Prozesse, der Nachprozesse und der Vorbildfunktion der Prozesse für das moderne Völkerstrafrecht. Zum allerersten Mal wurden Führungspersönlichkeiten (des NS-Regimes) in einem rechtlichen Rahmen zur Verantwortung gezogen.

Auch besuchten wir das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Obwohl wir uns bereits in den Vorbereitungstreffen über die riesigen Bauten informiert hatten und Bilder gesehen hatten, war der Eindruck vor Ort deutlich intensiver. Wir besichtigten die monumentale, unvollendet gebliebene Kongresshalle, die einen Eindruck davon vermittelte, wie die Architektur als Symbol der Macht genutzt wurde und Ehrfurcht erzeugte. Auch das Zeppelinfeld war von gigantischer Größe und ich machte mir ein Bild davon, wie die Architektur bei politischen Massenveranstaltungen damals gewirkt hatte, wie klein sich der einzelne Mensch in der Masse gefühlt hatte, wie groß in der Gemeinschaft. Ich erkannte, wie die monströse Architektur den Größenwahn der Nationalsozialisten widerspiegelte. Der Eindruck vor Ort zeigte mir, wie manipulierend allein Architektur und Größe wirken können.

Wir hatten außerdem die Möglichkeit mit Schüler: innen anderer Schulen in Köln in Kontakt zu treten und Verbindungen zu knüpfen. Gemeinsam erkundeten wir die Stadt Nürnberg und erkannten ebenfalls ihre wirtschaftliche und kulturelle Relevanz im Mittelalter.

Ich denke, dass die Möglichkeit an Gedenkstättenfahrten teilzunehmen eine sehr wertvolle ist. Gerade die Greifbarkeit der Geschichte, welche durch das Lernen vor Ort gefördert wird, trägt auch zu einem Verständnis heutiger politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen bei.