Im Rahmen des Projektkurses Q1 „Zeitzeugenbefragung"

hatten wir am 4.12. die besondere Gelegenheit, einen Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR in unserem Kurs zu begrüßen. Vermittelt wurde die Begegnung von Professor Frank Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum und ermöglicht durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

In seinem Vortrag schilderte der Gast, Andreas Herzog, sehr persönlich, wie stark das Leben in der DDR durch politische Kontrolle und staatliche Ideologie geprägt war. Er zeigte unter anderem seine Schulzeugnisse mit negativen Vermerken, die er aufgrund seines als unzureichend bezeichneten Engagements bei der Jugendweihe erhalten hatte und berichtete vom Konflikt zwischen Jugendweihe und Religiosität.

Besonders bewegend waren seine Erzählungen über einen aufgedeckten Fluchtversuch, die anschließende Haft in einem Stasi-Gefängnis sowie die dort erlebten Schikanen und Entbehrungen. Auch nach seiner Entlassung galt er als „Bürger zweiter Klasse" und war in vielen Lebensbereichen benachteiligt.

Schließlich berichtete er von seinen ersten Erfahrungen in der Bundesrepublik Deutschland, wo er sich ein neues Leben aufbauen konnte.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit dem Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.